Niederländischer Volleyball-Verband führt Regeländerungen ein

Der niederländische Volleyball-Verband Nevobo entschied, für die Saison 2016/2017 eine Reihe von Regeländerungen und -neuerungen einzuführen. Dies und um welche es dabei geht, berichtet die Volleyball-News-Site WorldOfVolley.com.

Demnach habe der niederländische Verband das Ziel im Visier, der Sportart Volleyball noch mehr Dynamik und Spaß als bisher zu geben. Zu diesem Zweck sammelte sie am Ende der vergangenen Saison Meinungen und Vorschläge der Volleyball-Fans in Bezug auf etwaige Regeländerungen und bewertete die Meistgenannten nach ihrer Umsetzbarkeit. Einige davon werden bereits in dieser Saison eingeführt, andere sollen später nachfolgen – jedoch nicht in den obersten Ligen, in denen die Mannschaften auch internationale Spiele austragen und sich daher an die international gültigen Regeln halten müssen.

Für die Saison 2016/2017 wurden folgende Regeländerungen beschlossen

Links

Nederlandse Volleybalbond (Nevobo)

WorldOfVolley.com:
Dutch invention: New volleyball rules for the season 2016/2017
Part 1, Part 2

Vor dem Spiel

  • Die Seitenwahl wird nicht mehr per Münzwurf entschieden, stattdessen hat der Kapitän der Gastmannschaft das Recht der Seitenwahl. Vor einem eventuellen fünften Satz erhält der Kapitän der Heimmannschaft dieses Recht.

Rund um das Feld

  • Die Regel, dass die Wasserflaschen der Spieler zwingend auf oder hinter der Spielerbank abgestellt werden müssen, ist abgeschafft worden. Nichts desto trotz sollen die Schiedsrichter natürlich weiterhin die Sicherheit der Spieler im Auge behalten.
  • Den Trainern, Co-Trainern, Physios etc. werden keine festen Sitzplätze mehr zugeordnet; sie können auf der Bank Platz nehmen, wo sie wollen - und sogar stehen, auch z.B. in der Aufwärmzone. Nichts desto trotz darf nach wie vor nur der Trainer am Spielfeldrand auf- und abgehen.
  • Auch die Einwechselspieler müssen nicht mehr auf ihrer Bank sitzen, sondern dürfen auch davor stehen.

Schiedsgericht

  • Nur wenn in einem Spiel ein 2. Schiedsrichter anwesend ist [Anscheinend ist es in den Niederlanden möglich und auch vorher schon möglich gewesen, Spiele ohne 2. Schiri auszutragen!], müssen Trainer Aufstellungskarten ausfüllen und abgeben.
  • Schiedsrichter müssen nach einem Ballwechsel kein Handzeichen bezüglich des Fehlers mehr machen; es reicht aus, auf die Mannschaft zu zeigen, die den Punkt und das Recht des nächsten Aufschlags erhält. Jedoch dürfen die Mannschaftskapitäne nach dem Grund der Entscheidung fragen, wonach der Schiedsrichter das entsprechende Fehlerhandzeichen geben muss.

Aufschlag

  • Insbesondere in den unteren Ligen ist oftmals der vorhandene Freiraum enger als vorgeschrieben. Daher dürfen die Spieler dort, wo weniger als 2 Meter Freiraum hinter der Grundlinie zur Verfügung steht, vor dem Aufschlag einen Fuß ins Feld setzen; auch beim Sprungaufschlag.

Sichtblock

  • Beim Aufschlag muss der aufschlagende Spieler von der annehmenden Mannschaft gut sichtbar sein. Die Spieler der aufschlagenden Mannschaft müssen mindestens eine Armlänge voneinander entfernt stehen, Hinterfeldspieler dürfen auch einzelnd den Aufschlagspieler nicht verdecken – unabhängig von der Flugbahn des Balles.

Übertreten

  • Die Berührung des gegnerischen Feldes – mit dem Fuß oder mit jedem anderen Körperteil – ist verboten während einer Aktion 'mit Ball' und erlaubt, wenn der Ball dabei nicht beteiligt ist [Vermutlich: und das Spiel dabei nicht beeinflusst wird].

Ball in der gegnerischen Freizone

  • Sobald der Ball die Antennen passiert (über dem Netz oder an der Außenseite), gilt er als unerreichbar für das angreifende Team. Ein 'Zurückholen' nach dem ersten Pass aus der Freizone des Gegners ist nicht erlaubt.

Auszeiten

  • Auszeiten dauern bis zu 30 Sekunden. Das heißt, sobald die beantragende Mannschaft und das Schiedsgericht bereits sind weiterzuspielen, wird das Spiel fortgesetzt.
  • Während der Auszeit kann der ganze Spielbereich genutzt werden; die Spieler müssen nicht mehr das Feld verlassen. Auch können die Einwechselspieler sich auf dem Feld aufwärmen, jedoch ohne Ball. Allerdings muss gesichert sein, dass keine nassen Stellen auf dem Feld verbleiben.

Satzpausen

  • Nach dem Pfiff zum Satzende brauchen die Spieler zum Seitenwechsel das Feld nicht mehr über die Grundlinie verlassen. Doch müssen sie die andere Feldseite nach wie vor an den Netzpfosten vorbei erreichen und dürfen nicht unter dem Netz hindurchgehen.
  • In der Satzpause dürfen sich die Spieler auch auf dem Feld aufwärmen, solange sie nicht die Wischer und/oder Entertainer stören.

Spielerwechsel

  • Unabhängig von der Anzahl an vorhandenen Einwechselspielern stehen jedem Team 6 Spielerwechsel zu.
  • Ein Spieler darf pro Satz nicht nur einmal ein- und wieder ausgewechselt werden, sondern bis zu dreimal.
    Dabei darf ein ausgewechselter Feldspieler nach wie vor nur gegen seinen Einwechselspieler aufs Feld zurück, letzterer darf dann aber später einen anderen Feldspieler auswechseln. Ebenso darf ein Feldspieler nacheinander von unterschiedlichen Einwechselspielern ersetzt werden.

Libero

  • Liberowechsel können nun auch über die Grundlinie wie auch über die [ganze?] Seitenlinie durchgeführt werden.
  • Falls eine Mannschaft mit Libero aufgrund einer Verletzung eines Spielers für unvollständig erklärt werden muss, kann der Libero als 'normaler' Spieler eingesetzt werden und den verletzten Spieler ersetzen (sofern er ein 'normales' Trikot bei sich hat, das er dann anziehen muss).
  • In den Regeln wurde des Weiteren die Frage geklärt, welche Spieltechniken als 'Oberes Zuspiel' anzusehen sind – insbesondere vor dem Hintergrund, dass es nach einem Oberen Zuspiel eines sich in der Vorderzone befindenden Liberos nicht erlaubt ist, den Ball zum Gegner zu schlagen, solange der Ball sich vollständig oberhalb der Netzkantenhöhe befindet.
    Neben dem im deutschen Sprachgebrauch landläufig bezeichneten Pritschen sind auch beispielsweise folgende Techniken als Oberes Zuspiel anzusehen:
    Oberes Zuspiel für Liberos_0.jpg